Fotograf_innen

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Frank Egel
http://frankegelfoto.de

“Was dem Fisch sein Blumenkohlgeschwür, ist dem Viertel die Glasfassade. Doch die Fanggründe an der Elbe sind akut bedroht für meinen lecker Catch of the Day!”

Frank Egel lebt und arbeitet auf St. Pauli. Seine fotografische Arbeit changiert zwischen Lifestyle und Lebenswelt für Redaktionen und Agenturen. Einige seiner künstlerischen Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit mit Initiativen aus St. Pauli und wenden sich gegen Immobilienspekulationen, Investorenphantasien und die Vertreibung von Mieter_innen aus ihrem Wohnraum. Bei seinem Projekt Catch of the Day fotografiert Frank Egel jeden Tag ein Bild auf den 1,5 Quadratkilometern St. Paulis und veröffentlicht dieses auf einem Blog auf Facebook. Die Arbeit zeigt die Vielschichtigkeit, die schnelle Veränderung des Stadtteils, zeigt Details und Zusammenhänge.

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Susanne Katzenberg
http://www.katzenberg-fotografie.de

„Mit unserem Bildband MILLERNTOR haben wir nicht nur dem alten Stadion des FC St. Pauli ein Denkmal gesetzt, sondern auch dem Stadtteil St. Pauli. Es ist Ausdruck meiner tiefempfundenen Zuneigung für das Viertel und seine Menschen. Das Millerntor-Stadion ist Kult! Viele Menschen haben mit diesem Ort sehr viel mehr als Fußball verbunden, es ist ein Lebensgefühl, eine Einstellung, ein Statement. Wir haben versucht den Mythos zu halten, ohne schwülstig zu sein, der Realität nüchtern Rechnung zu tragen, und trotzdem poetisch zu sein.“

Susanne Katzenberg arbeitet als freie Fotografin und Bildredakteurin. Schwerpunkte ihrer Arbeit als Fotografin liegen auf der Architekturfotografie und Dokumentation. Sie widmet sich in all ihren Langzeitprojekten Orten, die vom Verschwinden bedroht sind. Im September 2012 erschien der Bildband MILLERNTOR, den sie mit Olaf Tamm gemeinsam herausgegeben hat.

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Hinrich Schultze
http://www.hinifoto.de/a/index.html
http://www.dokumentarfoto.de

„Ich sage Leuten, die mich als Profi nach Kameratipps fragen: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat! Man muss das Foto gleich machen. Sonst ist es weg.“

Hinrich Schultze ist Dokumentarfotograf und Videojournalist. Er lebt in Hamburg, bereiste aber mit seinen Kameras schon die halbe Welt. Egal ob in Lateinamerika, den USA, Kurdistan oder Deutschland. Wo auch immer er ist, gilt sein Interesse den Menschen, in ihrem Alltag und im Widerstand. Gegen Vertreibung, Unterdrückung und die Zerstörung der Umwelt. Auch vor seiner Haustür ist Hini mit der Kamera unterwegs. Damals als in St. Pauli noch gegärtnert wurde, ohne dass es urban gardening genannt wurde und die Häuser der Hafenstraße umkämpft waren.Aber auch heute, wenn Menschen gegen Gentrifizierung auf die Straße gehen.

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Olaf Tamm
http://www.olaftamm.de

„Ich habe selbst von 1987 – 1997 auf St. Pauli gelebt, 15 Jahre beim FC ST. Pauli Fußball gespielt. Die Veränderung, die der Stadtteil erlebt, zeigt sich exemplarisch auch am Millerntor Stadion: Der bestehende Mythos wird benutzt, um den Stadtteil immer mehr zur Freizeit- und Erlebniswelt zu machen. Das Schöne ist, dass es immer noch genug Nischen hier im Stadtteil gibt, in der der alte St. Pauli Geist überleben kann.“

Nach einigen Jahren in der klassischen Werbefotografie, liegen Olaf Tamms Arbeitsschwerpunkte heute im Bereich Reportage, Portrait und Lifestyle. Neben der angewandten Fotografie beschäftig sich Olaf Tamm mit freien Themen. Die letzte Arbeit war das Projekt MILLERNTOR gemeinsam mit Susanne Katzenberg.

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Antonia Zennaro
www.antoniazennaro.com

„Veränderung ist nötig, doch die Erinnerung und die Auseinandersetzung mit der Zeit davor ebenso. Mit meiner Arbeit versuche ich die Geschichten und Gesichter nochmal festzuhalten, nochmal aufzugreifen, sie nochmal Teil haben zu lassen in der schnellen Welt des Wandelns.“

Antonia Zennaro wird repräsentiert von der Agentur Zeitenspiegel, Stuttgart. Die 1980 geborene Fotografin stammt gebürtig aus Südtirol/Italien und lebt zurzeit in Hamburg. Neben Auftragsarbeiten im In- und Ausland, arbeitet sie an Langzeitprojekten und journalistischen Dokumentationen mit sozialem Hintergrund. Die letzten 4 Jahre hat sie an einem Projekt gearbeitet, bei dem es um die Spuren einer vergangenen Zeit geht und was davon übrig geblieben ist. Die Reeperbahn, ein einzigartiger Mikrokosmos, den es so bald nicht mehr geben wird.

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Günter Zint
www.panfoto.de
www.kiezmuseum.de

„Die alte Fotografen-Tugend „Ran ans Motiv“ nimmt Günter Zint immer wörtlich. „Ran ans Motiv“ – das heißt für Günter Zint auch: Sich einmischen in die Zeitläufe. Die kritisch-leidenschaftslose Distanz des Reporters oder der Ästhetizismus des Schöngeistes sind seine Sache nicht. Dieser Mann hat einen Standpunkt.“ Thomas Schmidt – Bremervörder Zeitung

Günter Zint, Gründer der Agentur PANFOTO, ist wie kein anderer Fotograf dem Kiez verbunden. Er ist seit Jahrzehnten der Chronist des Milieus, der Musikszene, der Bewohner_innen und der Protestbewegungen. 1991 eröffnete er das SANKT PAULI MUSEUM, das seither immer wieder in eine ungewisse Zukunft blickt.